Hält die Batterie, was versprochen wurde?

Und wenn nicht: Batterie oder Nutzung? Ich beurteile das unabhängig, für Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher.

Dr. Gerald Sammer Dr. Gerald Sammer Inhaber, Simotive e.U. Technischer Sachverständiger für Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher

Ist Ihr Fall dabei?

Konkrete Fragen aus der Praxis, geordnet nach Auftraggeber. Kanzleien finden ihre Fälle in allen drei Gruppen. Welche Daten es gibt und wie Sie sie bekommen, kläre ich mit Ihnen im Erstgespräch.

Was mich unterscheidet

Batterietests und Software liefern Zahlen. Ich beurteile, was eine Zahl in Ihrem Fall bedeutet.

Beim Elektrofahrzeug sagt der Hersteller, die Batterie sei zu oft schnell geladen worden. Der Fahrzeughalter sagt, sie sei von Anfang an schwach gewesen. Beim Speicher sagt der Lieferant, die Anlage sei zu stark beansprucht worden. Der Betreiber sagt, die Zellen seien schwächer als zugesagt. Ich prüfe unabhängig, welche Aussage stimmt.

Vor einer Investition stammen die Leistungsangaben meist vom Anbieter selbst. Ich prüfe sie, bevor Sie unterschreiben.

Batteriemodul mit den Einflussgrößen Temperatur, Laden, Alterung und Zeit
  • Unabhängig. Ich bin an keinen Hersteller, Lieferanten oder Softwareanbieter gebunden. Mein Produkt ist meine Expertise.
  • Ihr Fall, Ihre Nutzung. Die meisten Batterietests messen den Zustand, ohne zu berücksichtigen, wie die Batterie genutzt wurde. Ich ermittle aus der Physik der Batterie, welcher Wert bei genau dieser Nutzung zu erwarten ist. Sie erfahren, ob der gemessene Wert für diesen Einsatz normal ist.
  • Aus der Entwicklung. Ich war 27 Jahre bei AVL. Dort lassen Fahrzeughersteller ihre Antriebe und Batterien entwickeln und prüfen. Die Daten und Auswertungen der Hersteller kenne ich aus eigener Arbeit.
  • Nachvollziehbar. Mein Rechenweg liegt offen. Jeder Schritt ist überprüfbar. Das Ergebnis ist vor Gericht verwertbar.

Ein Fall, Schritt für Schritt

Wie aus einem gemessenen Verlust eine begründete Aussage wird.

Der Fall

41 Prozent weniger Reichweite als im Datenblatt

22 elektrische Transporter in einer Zustellflotte in Norddeutschland. Seit dem zweiten Winter berichten die Fahrer über stark sinkende Reichweite. Der Betreiber vermutet einen Batterieschaden, die Leasinggesellschaft hält die Nutzung für die Ursache.

-41% Reichweite im dritten Winter, gemessen an der Herstellerangabe

Normale Alterung oder ein Mangel?

Schritt 1: Nutzung erfassen

Wie wurden die Fahrzeuge geladen?

Die Fahrzeugdaten und die Protokolle der Ladestationen zeigen: Die Flotte lädt überwiegend am Schnelllader, im Schnitt 1,2-mal am Tag, oft erst bei einem Ladestand unter 15 Prozent.

Schnellladen
73%
Normalladen
20%
Langsamladen
7%
Häufiges Schnellladen lässt eine Batterie schneller altern. Das spricht zunächst für die Leasinggesellschaft.
Schritt 2: Batterie nachbilden

Wie viel müssten die Batterien heute noch speichern?

Ein Simulationsmodell kennt den Batterietyp und das Fahrzeug, aber nicht die Messwerte dieser Flotte. Es erfährt nur, wie geladen und gefahren wurde und wie kalt es in Hamburg war. Daraus sagt es voraus, wie viel Energie die Batterien heute noch speichern müssten. Getrennt davon ermittle ich aus den Ladeprotokollen, wie viel sie tatsächlich speichern. Auf die Anzeige im Fahrzeug verlasse ich mich dabei nicht.

Speicherfähigkeit 100% 95% 90% 85% 0 1 Jahr 2 Jahre 3 J. Erwartung aus dem Modell Messung aus Ladeprotokollen
Das Modell kannte die Messwerte nicht und trifft sie drei Jahre lang auf unter 3 Prozent genau.
Schritt 3: Ursachen trennen

Woher kommen die 41 Prozent?

Im Modell lässt sich jeder Einfluss einzeln abschalten. So zeigt sich, wie viel er für sich ausmacht.

Kälte (-8 °C)
-19%
Heizung
-11%
Alterung
-7%
Strecke und Fahrweise
-4%
Kein Batteriedefekt. Die Batterien haben in drei Jahren 7 Prozent ihrer Speicherfähigkeit verloren. Das ist bei dieser Nutzung normal. Der größte Teil des Verlusts kommt von Kälte und Heizung und verschwindet im Sommer wieder.
Ergebnis

Einigung ohne Gericht

Der Bericht legt jeden Rechenschritt offen. Betreiber und Leasinggesellschaft einigen sich auf dieser Grundlage. Ein Rechtsstreit bleibt beiden erspart.

3 Wochen bis zum Bericht
0 Fahrzeuge mit Batteriedefekt

So arbeite ich. Haben Sie einen ähnlichen Fall?

Erstgespräch anfragen

So gehe ich vor

Grundlage sind die Daten, die Fahrzeug, Ladestation oder Anlage ohnehin aufzeichnen. Ich werte sie in drei Schritten aus.

  1. Nutzung erfassen. Ich ermittle, wie die Batterie tatsächlich genutzt wurde: wie oft und wie schnell sie geladen wurde, bei welchen Temperaturen und wie stark sie belastet war.
  2. Batterie nachbilden. Ein Simulationsmodell bildet nach, wie die Batterie auf Laden, Temperatur und Belastung reagiert. Ich stimme es mit Messwerten ab, bis es das reale Verhalten trifft.
  3. Ursachen trennen. Das Modell zeigt, welcher Wert bei dieser Nutzung zu erwarten ist. Weicht die Messung davon ab, zerlege ich die Abweichung in ihre Ursachen und beziffere jede einzeln.
Simulationsbasierte Methodik, Fahrzeug- und Datenanalyse

Umgebung, Nutzung oder Batterie?

Fehlt einem Elektrofahrzeug Reichweite, liegt das an der Umgebung, an der Nutzung oder an der Batterie, oft an mehreren zugleich. Zur Umgebung zählt die Temperatur, zur Nutzung zählen etwa Strecke, Fahrweise und Heizung. Stellen Sie die Regler ein. Sie sehen, wie viel jeder Einfluss für sich ausmacht.

508 km
Simuliertes Elektrofahrzeug mit sichtbarem Batteriepaket
Batteriezustand: 98%
Umgebung
Nutzung
Batterie

Über mich

Ich habe simotive.ai gegründet, um technisch strittige Fälle unabhängig zu klären. Meine Arbeit beginnt dort, wo Messung und Diagnose keine eindeutige Antwort mehr geben.

Berufserfahrung
27 Jahre bei der AVL List GmbH, über 20 davon in leitender Funktion, zuletzt verantwortlich für die Geschäftsstrategie im Bereich Batterie und elektrische Antriebe. Bis 2026 daneben 15 Jahre im technischen Steuerkreis von ASAM, dem Standardisierungsgremium der Automobilindustrie.
Ausbildung
Dipl.-Ing. für Telematik, TU Graz, mit einer Diplomarbeit zu künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Dr. techn. in Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau mit der Dissertation „Success Factors for Automotive Testing". Vertiefende Ausbildung in Batteriesysteme und Elektrofahrzeuge, TH Ingolstadt 2022.
Fachgebiete
Batterie, Batteriemanagement, Fahrzeugsoftware, elektrifizierter Antriebsstrang und stationäre Speichersysteme.
Vorträge
Regelmäßig auf internationalen Fachkonferenzen.

Dr. Gerald Sammer
Gründer und Inhaber, simotive.ai

Dr. Gerald Sammer, Gründer und Inhaber von simotive.ai

Warum jetzt

  • 29. November 2026. Euro 7 macht die Batteriehaltbarkeit zum Teil der Typgenehmigung. Neue Pkw-Typen müssen nach fünf Jahren oder 100.000 km noch 80 Prozent der zertifizierten Energie liefern, nach acht Jahren oder 160.000 km noch 72 Prozent.
  • 9. Dezember 2026. Die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie zählt Software als Produkt, bringt Offenlegungspflichten und erleichtert Geschädigten den Nachweis. Fälle werden verhandelbar, die bisher an der Beweislage gescheitert sind.
  • 18. Februar 2027. Elektrofahrzeug- und Industriebatterien über 2 kWh brauchen einen digitalen Batteriepass mit Lebensdauer- und Zustandskennzahlen. Was dort steht, muss stimmen.
  • Großspeicher. In Deutschland waren Ende März 2026 bereits 489 Großspeicher ab 1 MWh registriert. Im ersten Quartal 2026 übertraf ihr Zubau erstmals den der Heimspeicher. In Österreich bestanden die rund 3,2 GWh Mitte 2026 noch überwiegend aus Einheiten unter 50 kWh. Die Garantiefälle kommen erst.

Kontakt

Sie stehen vor einer Entscheidung mit hohem Risiko, vor einem ungeklärten Schaden oder vor einem technischen Streitfall? Im Erstgespräch klären wir, ob eine unabhängige technische Analyse weiterhilft.

gerald.sammer@simotive.ai

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